Dann geh doch zu Netto

So klingt der markante Spruch, der uns aus der Werbung hängen geblieben ist. Ein kluger Marketing-Kopf hat da wieder etwas geschaffen, was uns im alltäglichen Leben begegnet, nämlich dorthin zu gehen, wo es einfach günstig ist.

Der Netto in meinem Ort hat etwas geschafft, woran ich und mein Umfeld nicht geglaubt haben: Einen Markt innerhalb von 4 Monaten auf einer Wiese neu zu bauen und auch noch 6 Tage vor Weihnachten zu eröffnen. Sie haben es tatsächlich geschafft in dieser kurzen Zeit und im Zeitplan, Zufahrten, Parkplätze, Inneneinrichtungen, einfach Alles plus einen externen Bäcker pünktlich fertig zu stellen. Warum diese Euphorie?

Nun ja, das Supermarkt sterben findet auch auf dem Land statt. Daher ist es schön, das ein Ort mit fast 1800 Einwohnern nach einem Jahr wieder einen noch besser sortierten Supermarkt beherbergt. Vorher war es ein selbstorganisierter „Dorfladen“ von Bewohnern des Ortes, als Verein gegründet, der entstanden ist, nachdem der Sparsupermarkt im Ortskern geschlossen hat. Der Tante Emma Laden auf dem Land hat eben ausgedient. Viele kaufen in der Stadt bei den „großen“ Märkten ein. Da kann ein kleiner, wenig sortierter Markt nicht mehr mithalten.

Die Frage ist doch auch, brauchen wir z.B. 5 verschieden Arten von Butter im Regal? Genügen nicht auch 2 und wenn dann Regional, wegen der Logistikkosten? Es gibt sicherlich noch genügend Beispiele, wo wir uns die Frage stellen, genügt da nicht weniger? Es ist alles nur zum Profit der Unternehmen, zum Erhalt der Arbeitsplätze, Unterstützung der Aktionäre.

Die neue Kundenschaft des Netto braucht jedenfalls nicht mehr über Land in die Nachbarorte zu den REWE-Märkte fahren, um dort ihren Einkauf zu erledigen. Der Netto-Markt ist relativ gut zu erreichen und es weit und breit kein weiterer in Sicht.

Langfristig muss man sagen hat der Ort jetzt einen Mehrwert und die Gewinner sind klar die Kunden. Den Umsatz teilen sich wohl die Märkte drumherum auf. Zudem ist noch ein Baugebiet um den Markt herum, dass noch erschlossen wird. Da kommen also noch viele Kunden in nächster Zeit hinzu. Wie es in den nächsten Jahren aussieht bleibt abzuwarten, vielleicht wird die Lieferung von Lebensmittel nach Hause alltäglich oder wir nehmen die nur noch in Tabletteform.